Stummer Zeuge

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Schneeweißes Scharlachrot,
wahrlich der Schlachten Ton.
Dein Zeugnis wird bald schon verstummen,
wenn der Winter geht.

Wenn der Winter geht,
beginnt der Zyklus erneut.
Doch Frieden währt niemals ewig,
das liegt einfach nicht in der Natur.

Das liegt einfach nicht in der Natur,
denn seit Äonen währt es nun schon.
Es ist nur eine Frage der Zeit,
keine Wissenschaft muss das bezeugen.

Keine Wissenschaft muss das bezeugen,
das der Welten Gesetz inneliegt.
Und weiter bleibst du stummer Zeuge,
keine weiteren Fragen.

Verlangen

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Es ist dieser Gedanke der mich plagt,
an Tagen wie heute die mich betrüben.
Durch die finstersten Winkel er mich jagt,
während ich versuche mich selbst zu belügen.

Ich rede mir ein es wäre nicht da,
dieses Drang der in meinen Nervenenden liegt.
Doch jetzt spüre ich ihn so unendlich klar,
dieser Dorn der so tief in meinem Herzen liegt.

Ich widerstehe dieser unheimlichen Sucht,
doch wohin sollen die Gedanken reisen?
In allen Himmelsecken suche ich die Flucht,
in Wahrheit schicke ich sie nur in Kreisen.

Ich halte mich fest und beginne zu flehen,
während Sekunden wie Stunden verstreichen.
Diese Stimmung soll wieder vergehen,
und der Schatten von meinen Gedanken weichen.

Ich kralle mich fest und verspreche mir Mut,
wie lächerlich und nutzlos das auch ist.
An den Fingernägeln rinnt mein Blut,
während es mich in Stücken von innen zerfrisst.

Ich schüttle den Kopf und blicke an mir hinab,
auf Narben die tief unter meiner Haut verborgen.
Da ist dieses mir wichtige Versprechen welches ich gab,
denn nach jeder Regennacht gibt es einen neuen Morgen.

Doch meine Gedanken sind nicht mehr klar,
der Körper betäubt als stünde er unter Drogen.
Irgendwann war es dann nicht mehr da,
wie lange war ich in diesen Zustand gesogen?

Letztlich ist es nur eine Frage der Zeit,
wer kann schon sagen was dann geschieht?
Werde ich je von diesem Gemüt befreit,
oder ist es das, was in den dunkelsten Stunden,
wie ein Puppenspieler an meinen Gedanken zieht?

„Infektion“

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Es gibt keine Erlösung mehr für mich,
der Körper vor Tagen schon infiziert.
Die Krankheit zeigt nun erste Symptome,
die Arme vom Juckreiz blutverschmiert.

Doch der Tod entlässt mich noch nicht,
und so bricht bald der letzte Winter an.
Die Gedanken isoliert in kaltem Wahn,
dieser eine Gewissheit –
dass man nicht überleben kann.

Und so trage ich diese schwere Bürde,
noch eine letzte Tat an jenen, die ich hasse.
Doch bleibt mir nicht mehr viel Zeit,
für meinen finalen Akt an der menschlichen Rasse.

Gebrechliche Finger nehmen sich des Messers an,
ein Verband lässt sie eins miteinander werden.
Nur noch ein blutverschleiertes Ziel vor Augen,
nicht der Einzige zu sein der heute wird sterben.

Niemand wird im Morgentau noch stehen,
ein Gelächter erklingt in meiner letzten Nacht.
Und mit einem Lächeln werde ich von ihr gehen,
habe ich der Welt ihren verdienten Tribut überbracht.

Ein kleines Menschlein ließ ich am Leben,
eilt es zu seiner Rettung davon.
Den Erreger trägt es bereits mit sich,
und in meinen erstarrten Augen glänzt blanker Hohn.

Seelenfresser

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Unheilvoll schwarze Schwingen schlagen,
endlich ist meine Zeit gekommen.
Wofür noch diese nutzlose Seele tragen,
habe mir doch das Leben genommen.

Die Reise durch den Äther hat begonnen,
meine alte Existenz beginne ich zu vergessen.
Wohin es geht bleibt unbestimmt,
doch in mir wächst der Drang zu fressen.

Selbst die Schattenwelt bietet mir keine Ruh‘,
letztlich werden die Stärkeren überleben.
So verschlinge ich all die verlorenen Seelen,
zum ersten Mal lohnt es sich zu stehlen.

Nie war ich reich an Kraft,
doch dieser grenzenlose Hunger lässt mir keine Wahl.
Und während ich mich an meine Seelengenossen nähre,
vermindert es stetig meine Qual.

Ich fand auf die Ebenen der Sterblichen zurück,
doch legte ich ab meine menschliche Form.
Nach lebendigen Seelen bin ich verrückt,
erhebe meine schwarzen Schwingen in rasendem Zorn.

Reiter Saga – Kapitel 1

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„Omega – Der Anfang“

Er hetzte durch den Wald, die Äste peitschten ihm ins Gesicht doch das spielte im Moment keine Rolle. Was er gerade gesehen hatte, ließ das Leben aus ihm fließen und von seinen Glauben – hätte er einen gehabt – abschwören. Während er rannte wurde die Sicht zusehends schlechter und musste sich mit seinem zerschlissenen Ärmel das Blut aus den Augen wischen, dabei übersah er aber die Wurzel auf dem Waldboden und so stürzte er und rutschte noch ein gutes Stück auf seinem Gesicht.

Einen Augenblick lang blieb er einfach nur liegen während das Gefühl langsam wieder in sein Gesicht kam und der Schmerz, ausgelöst von Dreck und kleinen Kieselsteinen in den offenen Wunden, unerträglich zu pulsieren begann. Er blinzelte ein paar Male und versuchte vorsichtig, aber zitternd, sein Gesicht mit Fingerspitzen abzutasten. Panik erfüllte ihn als er merkte, dass ihm der Rutsch ein gutes Stück Haut heruntergerissen haben musste, denn dieses brennende Gefühl und der verklebte Schmutz schienen von seinem linken Auge bis hin zu seinen Wangenknochen zu reichen.

Urplötzlich schoss ihm wieder in den Kopf, warum er überhaupt auf der Flucht war und er versuchte seine Atmung zu beruhigen – der Wald schien ansonsten ruhig zu sein … vielleicht mehr als es ihm recht war. Er drehte sich auf den Rücken, was ihm einige Überwindung kostete und rutschte zum nächstgelegenen Baum um sich daran anzulehnen. Dabei blickte er sich immer wieder panisch nach links und recht um, schließlich könnte ES jederzeit auftauchen und dann wäre jede Hoffnung für ihn verloren. Er durfte hier nicht liegen blieben! Er MUSSTE weiter!

Vorsichtig testete er seinen Fuß, indem er versuchte druckt auf den Boden auszuüben. Doch der stechende Schmerz der darauf folgen sollte, war immens! Gebrochen … oder zumindest verstaucht. So würde er nicht mehr sonderlich weit kommen und erneut stieg Panik in ihm auf.

Er dachte an heute morgen … niemals hätte er geglaubt, dass sein Tag so verlaufen könnte. Wie konnte so etwas überhaupt jemand glauben? Man würde ihn für verrückt erklären, würde er diesen Wahnsinn irgendeiner Seele erzählen.

Er war wie immer in aller Früh aufgestanden und stellte die Kaffeemaschine ein, während er sich den morgendlichen Gepflogenheiten hingab – zu denen ein ausgiebiges Training, eine erfrischende Dusche und ein nahrhaftes Frühstück gehörten. Den Rest des Kaffees nahm er sich für den Arbeitsweg mit. Während der Fahrt hörte er gerne Radio, damit es nicht zu ruhig war während er die kurvige Waldstrecke mit den steilen Abhängen entlangfuhr.

Doch als an seinem Kaffeebecher nippte kam urplötzlich ein schwarzes Fahrzeug wie aus dem nichts. Er ließ den Kaffeebecher fallen um schneller mit beiden Händen am Lenkrad agieren zu können und versuchte instinktiv eine Vollbremsung durchzuführen, doch etwas blockierte. Er hatte noch einen Augenblick Zeit nach unten zu blicken und bemerkte den silbrig schimmernden Kaffeebecher aus Edelstahl, der sich unter die Bremse gelegt hatte. Wie war sowas nur möglich fragte er sich, als der Zusammenprall erfolgte. Glas splitterte und flog wie eine zerberstende Wand quer durch den Wagen. Sein Gesicht landete auf dem heißen Airbag und blieb für eine paar Augenblicke unbeührt liegen.

Nach und nach drangen lauter werdende Geräusche an sein Ohr und er versuchte sich von seinem Sitz zu lösen, was ihm glücklicherweise gelang. Er konnte die Tür öffnen und stieg taumelnd aus dem Auto. Verwirrt versuchte er sich umzublicken, doch er konnte das andere Fahrzeug nicht sofort ausmachen. Als er sah, dass die Splitter auf der Straße zur Böschung führten, rannte er an die Bruchstelle und sah den Waldhang hinab. Dort war es! Die schwarze Farbe war nicht leicht auszumachen bei dem dunklen Unterholz doch man brauchte nur den Aufschlag- und Rutschspuren zu folgen die es hinter sich gezogen hatte, als es von der Straße abgekommen war.

Sofort machte er sich an den Abstieg und hoffte innerlich, dass noch jemand am Leben sein möge. Als er das Auto erreichte versuchte er durch die Fenster zu blicken, doch er konnte durch die abgedunkelten Scheiben so gut wie nichts erkennen und so entschloss er sich die Türen zu öffnen. Er machte sich auf einen schrecklichen Anblick gefasst – eine Familie, blutüberströmt deren Eltern er aus dem Leben ihrer verwaisten Kinder gerissen hatte … doch er sah nichts! Gar nichts! Das Fahrzeug war LEER!

Er taumelte ein paar Schritte zurück und versuchte sich umzublicken. War er länger bewusstlos gewesen als er vermutet hatte und der Fahrer war voller Schock in den Wald gerannt?

Überall lagen Splitter und Kleinteile des Wagens verstreut und es war ihm einfach nicht möglich, Fußspuren im nassen Unterholz zu entdecken. Ein Gefühl der Verzweiflung stieg in ihm auf und mündete in Hilferufen nach den Unfallopfern. Wie konnte er nur so nachlässig werden, doch war er denn gewesen? Er versuchte sich so gut zurück zu erinnern wie er konnte und aus seiner verschwommenen Erinnerung war der Wagen wie aus dem Nichts gekommen. Wie ein Geist … ein Geisterauto. Leichter Schwindel zwangen ihn sich kurz zu setzen. Das bisschen Dreck würde seinem zerissenen Anzug nun auch nichts mehr ausmachen und so legte er für einen Moment die Kopf auf die Arme zwischen seinen Beinen und versuchte das Geschehene erstmals richtig zu fassen.

Er vermochte nicht zu sagen wie viel Zeit vergangen war, doch die Sonne schien ein beträchtliches Stück weitergerückt zu sein – oder zurück? Das wäre verrückt und er verwarf den Gedanken sofort wieder. Als er von seinen Armen aufblickte folgte jedoch gleich der nächste Schock, denn das pechschwarze Auto war WEG, VERSCHWUNDEN! Sein Blick wanderte hoch zur Böschung und dort sah er deutlich, wie die Leitplanke durchbrochen war … dennoch fehlten sämtliche Unfallspuren. Seltsam … obwohl die Sonne nicht sonderlich viel Licht in dieses verlassene Fleckchen brachte, so schien die Unfallstelle … wie in Schatten gehüllt. Er rieb sich kurz die Augen und als der erneut hinsah folgte der nächste Schrecken. Dort oben stand ein Mann! Er trug einen dunklen Anzug, in der linken Hand einen Aktenkoffer und in der rechten … eine SENSE! Wer zum Teufel fährt denn eine Sense im Auto? Dieser Anblick war einfach nur grotesk und falsch. Er musste deutlich mehr abbekommen als er dachte. War er denn überhaupt hier? Vielleicht lag er im Koma und dies war nur ein Traum … oder war er tot und sein Geist wurde so abrupt aus seinem Körper gerissen, dass er nun hier verweilte und Passenten am Jahrestag seines Unfalls jagte?

Erneut schüttelte er den Kopf und sagte sich, er hätte zu viele Horror Romane gelesen und Supernatural Folgen geschaut, denn das hier fühlte sich einfach zu real an! Der Mann schritt – nein schwebte ! – den Hang herunter in seine Richtung. Angst erfüllte ihn und so begann er panisch in den Wald zu laufen. Äste peitschten ihm ins Gesicht und ließen blutige, schmerzhafte Striche auf seiner sonst so unbeschwerten Haut zurück. Zwischenzeitlich schlug er Harken um so diesem Fremden, von dem er aus unerfindlichen Gründen schiere Panik hatte, besser entkommen zu können. Doch jedes Mal wenn er sich umblickte, konnte er nichts sehen. Nichts außer die herannahende Dunkelheit, wo doch die Sonne eigentlich immer heller scheinen sollte – oder war er bereits so tief in den Wald vorgedrungen, dass kaum ein Funken Licht die Baumkronen durchstieß?

Letztlich war er von all dem Geschehenen und dem Unfall an sich so erschöpft – der Schock ließ mittlerweile auch nach – das er nachlässig wurde und sich so in jener verhängnisvollen Erdwurzel verstrickte und den Knöchel brach, während er zu Boden viel. Nun wartete er hier und hoffte, diese Dunkelheit möge ihn übersehen und einfach weiterziehen. Während er wartete und horchte sackte sein Kopf immer wieder auf die Brust, bis er erschrocken hochschreckte und sich verfluchte, eingeschlafen zu sein. Das gelang ihm noch 2, 3 Mal, bis der Schlaf seinen Zoll verlangte und so träumte er. Der Traum handelte von fantastischen und gleichermaßen schrecklich anmaßenden Dingen die es nicht geben durfte und doch gab. Vier Männer die so viel Macht besaßen wie sie nicht existieren durfte und doch gab es diese vier und dann auch wieder nicht.

Verwirrt schreckte er aus seinem Albtraum erblickte feine Anzugschuhe, die nicht seine waren. Groteske Schuhe, die es hier sonst nicht geben durfte und ein neuerliches Grauen durchfuhr seinen zerrütteten Körper. Neben den Schuhen steckte ein Stab im Waldboden, ein Stab wie er zu einer Sense gehörte.

Als er aufblickte erkannte er nur einen schwarzen, grinsenden Totenschädel der in weißes, loderndes Feuer getaucht war. Und dann war da diese befremdliche Stimme in seinem Kopf die ihm sagte, er würde verstehen.

Danach drang die Sense in seinen Körper ein. Die Angst die er durchlitt konnte er mit keinem Wort beschreiben und die Schmerzen, verursacht von der Sense die sich wie in Zeitlupe durch seinen Körper schnitt, waren kosmischen Außmaßes. Er spürte jeden qualvollen, brennenden Millimeter Fleisch, Fasern und Gewebe die durchtrennt wurden, während er nur noch das berstende schlagen seines Herzens hörte, bis die Sense nach gefühlten tausend Jahren sein Herz erreichte und durchstieß und obgleich er wusste, dass es nun vorbei war, so spürte er doch nichts. Er war noch da, doch er spürte keinerlei Schmerz mehr. Als er an sich herabblickte und die Sense in seinem Torse stecken sah erkannte er auch, dass er nicht blutete. Die Sense hingegen begann sich auf sonderbare Art und Weise zu verflüssigen und breitete sich über seinen ganzen Körper aus. Für einen Augenblick schloss er die Augen und fühlte diese schiere Macht, die ihn zu durchströmen begann. Als er seine Augen wieder öffnete stand er fest auf seinen Füßen und war in ein schwarzes Gewand gehüllt, in seiner Rechten eine Sense an der ein verzierter Totenschädel eingelassen war, wo der Stab in die Sense überging. Er glich dem grinsen Skelett, dass er eben noch vor sich gesehen hatte, bevor dieses seinem Schicksal überführte.

Verwirrt fragte er sich was hier gerade geschehen war, als das kleine Emblem an seiner Sense in weißem Feuer zu leuchten begann – und wieder ertönte diese Stimme in seinem brummenden Schädel. Die Stimme brachte ihm Verheißung und Macht wie es sich kein Sterblicher je erträumen könnte. Sie erzählt ihm auch, dass seine Zeit gekommen ist und er als der VIERTE REITER der APOKALYPSE auferstanden war. Es gibt vier auserkorene Menschen, vier die bereits einmal als Reiter Schrecken über die Welt gebracht hatten. Doch sie wurden sie vernichtet – aber getötet werden können sie nicht. Ihre Essenz wird über die Zeit verstreut und wenn für jeden ein bestimmter Tag gekommen war, erscheint der Botschafter und überführt sie ihrem wahrem Sein.

Er war Tod, der letzte Reiter und es würde nun mitunter an ihm liegen die anderen drei zu befreien und Vorbereitungen für das Ende zu treffen. Die Reiter werden in umgekehrter Reihenfolge wiederkehren und ist der erste Reiter erweckt – beginnt das große Finale.

Ein lächeln umspielte seine Lippen und wahnsinniges Gelächter schallte durch den totenstillen Wald mittem im Nichts.